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06.07.2022, 11.20

Nicht immerzu auf die Uhr schauen, sich treiben lassen, aber nicht getrieben werden,

um Himmels willen nicht an jedem Ziel bereits das nächste im Auge haben,

Entdeckungen machen, aber nicht solche, zu denen die Fremdenführer verführen.

Trotzdem: sich verführen lassen, aber von Lebenslust und Daseinsfreude,

zur Ruhe kommen, alles Erlebte lange in sich nachklingen lassen,

dieses und jenes bewahren, um es niemals wieder zu vergessen,

die Steine, die Blüten, die Brunnen, die Schmetterlinge fragen: „Was wollt ihr mir sagen?“

Im Unbelebten das Belebte suchen, im entfalteten Leben die Ahnung des Tods spüren und im verwitterten Gestein den Atemzug des Lebens entziffern.

Einen jeden Tag vom Zeitenbaum pflücken wie eine Frucht vom Baum des Lebens,

sich erinnern, was das ist: dankbar sein.

Ferien sind ein gutes Übungsfeld, die Zeit, die uns von Gott gegeben ist, bewusst zu erleben, auf den Moment achten, ihn als Geschenk wahrnehmen und schauen, was Gott in ihn gelegt hat.

Aus dem Büchlein „Feriengedanken“